Spiritueller Schutz im Schamanismus: Was hilft wirklich?

Kerstin Rosly Hirsch • 22. Juli 2026

Der größte Irrtum über spirituellen Schutz

Brauche ich Schutz beim Schamanismus? Erfahrungen statt Angst


Warum ich heute anders darüber denke als vor 15 Jahren


Es gibt Fragen, die begegnen mir seit vielen Jahren. Manche verschwinden irgendwann wieder, andere verändern sich mit der eigenen Erfahrung, und dann gibt es jene Fragen, die immer wieder auftauchen – ganz gleich, ob jemand gerade seine erste schamanische Reise macht oder schon seit zwanzig Jahren auf diesem Weg unterwegs ist.

Eine davon lautet:

„Kerstin, brauche ich eigentlich einen spirituellen Schutz?“

Meine Antwort darauf ist heute  ,wie auch damals, ein klares Ja.

 Aber vermutlich anders, als viele Menschen zunächst denken.


Spiritueller Schutz bedeutet für mich nicht, dass wir uns aus Angst vor der Welt abschotten oder ständig damit rechnen müssen, von fremden Energien, Anhaftungen oder unsichtbaren Mächten angegriffen zu werden. Er bedeutet auch nicht, dass jeder Mensch denselben Schutzstein, dasselbe Ritual oder dieselbe Technik braucht.

Für mich beginnt spiritueller Schutz dort, wo wir unsere Wahrnehmung achten, unserer eigenen Erfahrung vertrauen und lernen, bei uns zu bleiben. Ein Stein, ein Ritual, ein Gebet oder eine bestimmte Geste kann uns dabei unterstützen.

Doch nicht unbedingt, weil diese Dinge von außen etwas für uns erledigen, sondern weil sie uns an eine Verbindung erinnern, die bereits in uns vorhanden ist.


Früher hätte ich die Frage nach dem spirituellen Schutz vermutlich ziemlich schnell und eindeutig beantwortet. Heute antworte ich langsamer. Nicht, weil ich unsicherer geworden bin, sondern weil Erfahrung etwas mit einem Menschen macht.

Je länger ich andere Menschen begleite, desto seltener sage ich:

„So ist es.“

Ich sage heute viel öfter:

„Nach meiner Erfahrung ist es so.“

Das klingt auf den ersten Blick ähnlich, ist aber ein himmelweiter Unterschied.


Eine Begegnung auf einem Festival

Vor einigen Wochen musste ich auf einem Festival wieder über genau dieses Thema nachdenken. Eigentlich fing alles ganz harmlos an. Ein junger Mann kam an meinen Stand, ein wirklich lieber Kerl, einer von denen, die mit leuchtenden Augen über Spiritualität sprechen, offen für alles sind und deren Begeisterung man sofort spürt.

Wir unterhielten uns über dies und das, bis wir irgendwann beim Thema Schutz landeten. Ganz selbstverständlich sagte er:

„Ich brauche keinen Schutz.“

Da zog ich die linke Augenbraue hoch, und wir redeten weiter. Schließlich kam dieser eine Satz, der mir schon seit Jahren immer wieder begegnet:

„Na ja … wenn Du glaubst, dass Du Schutz brauchst.“


Ich weiß nicht, wie es Dir damit geht, aber bei mir löst dieser Satz inzwischen etwas aus. Früher hätte ich wahrscheinlich sofort angefangen zu diskutieren.

Heute werde ich zunächst still. Nicht, weil ich nichts dazu zu sagen hätte, sondern weil ich inzwischen merke, dass mich gar nicht der eigentliche Inhalt ärgert.

Mich ärgert die Haltung dahinter.


Denn häufig ist dieses „Wenn Du das glaubst“ keine Einladung zu einem offenen Gespräch. Es ist vielmehr das Ende des Gespräches, ein Totschlag-Satz, der unausgesprochen bedeutet:

„Ich habe etwas verstanden, was Du noch nicht verstanden hast.“


Und genau dort regt sich etwas in mir. Keine blinde Wut, die einfach nur um sich schlagen möchte, sondern eher das, was ich heilige Wut nenne: eine Wut, die nicht zerstören, sondern etwas beschützen möchte.

Denn wenn Spiritualität anfängt, sich über andere Menschen und deren Erfahrungen zu erheben, verliert sie für mich ihren Boden.


Warum echte Erfahrung häufig demütiger macht

Ich habe in meinem Leben drei schamanische Ausbildungen gemacht. Ich habe Menschen begleitet, die gerade erst ihre ersten Erfahrungen gesammelt haben, und ich habe mit Schamaninnen gearbeitet, die selbst seit Jahrzehnten auf diesem Weg unterwegs waren.

Weißt Du, was mir dabei immer wieder aufgefallen ist?

Die wirklich Guten werden mit den Jahren demütiger. Sie behaupten weniger, beobachten dafür genauer, hören bewusster hin und beginnen wieder, Fragen zu stellen.

Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Wissen und Weisheit: Wissen liefert Antworten, während Weisheit auch offene Fragen aushalten kann.

Und vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb mich dieses „Wenn Du das glaubst …“ so triggert.

Der Schamanismus hat mich nie gelehrt, möglichst viele endgültige Antworten zu sammeln. Er hat mich gelehrt, wahrzunehmen.

Wahrnehmung beginnt dort, wo ich bereit bin, auch meine eigenen Überzeugungen immer wieder zu überprüfen.

Das gilt übrigens nicht nur für die Spiritualität.

Ein guter Zahntechniker hört nie auf zu lernen. Ein guter Kräuterkundiger glaubt nicht, irgendwann jede Pflanze vollständig zu kennen. Ein guter Handwerker weiß, dass Holz manchmal seinen eigenen Kopf hat.

Warum sollte ausgerechnet ein Schamane irgendwann sagen können:

„Ich habe jetzt alles verstanden“?

Für mich beginnt genau dort eine der wirklichen Gefahren. Nicht unbedingt draußen, sondern in uns selbst. Denn in dem Moment, in dem wir glauben, nichts mehr lernen zu müssen, hören wir auf, wirklich hinzuschauen.

Dabei ist genau das doch unsere Aufgabe: nicht um jeden Preis recht zu haben, sondern wach zu bleiben.


Wie ich meinen persönlichen spirituellen Schutz fand

Ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich an meine erste schamanische Ausbildung zurückdenke. Ziemlich am Anfang bekam ich die Aufgabe, meinen Schutz zu finden. Nicht irgendeinen Schutz, den ich aus einem Buch übernehmen konnte, und auch keinen, den mir jemand fertig erklärte.

Ich sollte meinen eigenen Schutz finden.

Also reisten wir mit Trommel in die Nicht -Alltägliche -Welt.

Und was kam bei mir?

Wasser.

Ausgerechnet Wasser.

Ich weiß noch genau, wie ich damals innerlich dastand und dachte:

„Ja prima. Vielen Dank. Und jetzt? Soll ich jetzt ständig mit einer Flasche durch die Gegend laufen?“

Spirituelle Welten sind manchmal herrlich. Sie geben Dir eine Antwort und liefern Dir gleichzeitig drei neue Fragen dazu.


Einige Zeit später lernte ich Claudia und ihren Mann kennen. Er bearbeitete Edelsteine, bohrte sie und fertigte Schmuck daraus. Ich erzählte ihm von meiner Reise und von meinem etwas ratlosen Blick auf dieses Wasser.

Er lächelte nur und sagte:

„Dann nimm doch einen Aquamarin. Das ist Wasser, das zu Stein geworden ist.“


Ich weiß noch, wie mich dieser Satz getroffen hat. Nicht im Kopf, sondern im Herzen.

Ich suchte mir einen tiefblauen Aquamarin aus, einen ganz besonderen. Er bohrte ihn für mich, und ich machte mir eine Kette daraus. Seitdem begleitet mich dieser Stein.

Nun könnte ich natürlich sagen:

„Der Aquamarin schützt mich.“

Aber weißt Du was?

Das wäre nicht die ganze Wahrheit.


Schützt mich mein Aquamarin wirklich?

Heute, viele Jahre später, würde ich es anders formulieren. Ich glaube nicht, dass mein Aquamarin mich schützt. Ich glaube, dass er mich daran erinnert, geschützt zu sein.

Das ist für mich ein gewaltiger Unterschied.

Denn die eigentliche Kraft liegt nicht im Stein. Sie liegt in der Erinnerung, die ich mit ihm verbunden habe. Immer wenn ich ihn berühre, erinnere ich mich an diese Reise, an das Wasser, an das Gefühl von Vertrauen und an meine Verbindung.

Mein Aquamarin ist kein magischer Bodyguard, der vor mir herläuft und alle unangenehmen Energien verscheucht. Er ist ein Anker.

Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Ein Schutzstein muss nicht wie ein unsichtbarer Wachhund funktionieren, damit er für einen Menschen eine echte Bedeutung haben kann. Er kann eine Erfahrung tragen, einen inneren Zustand verankern oder uns dabei helfen, unsere Aufmerksamkeit neu auszurichten.

Mein Aquamarin erinnert mich an Vertrauen, an Wasser, an meine Reise und an das Gefühl, getragen zu sein.

Ein anderer Mensch trägt vielleicht einen Ring, den ihm seine Großmutter hinterlassen hat. Dieser Ring erinnert ihn möglicherweise daran, mutig zu bleiben oder sich seiner Wurzeln bewusst zu sein.

Ist das Magie?

Vielleicht.

Vielleicht aber auch nicht.

Mir ist das inzwischen ehrlich gesagt nicht mehr so wichtig.


Mich interessiert vielmehr die Frage:

Was verändert sich dadurch in Deinem Leben?


Warum ich bei spiritueller Angstmacherei hellhörig werde

Es gibt einen weiteren Satz, der mir zunehmend begegnet ist:

„Wenn Du xy nicht machst, kann xy passieren.“

Manchmal heißt es:

„Wenn Du Dich nicht schützt, bist Du offen für Angriffe.“

Oder:

„Ohne dieses Ritual solltest Du besser keine schamanische Reise machen.“

Oder:

„Du brauchst unbedingt diesen Schutzstein.“

Und manchmal steht am Ende dieser Erklärung noch ein Preisschild.

160 Euro, bitte für einen billigen Anhänger vom Großen A... ! Ja aber der wurde ja geweiht 😉

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Menschen mit ihrer Arbeit Geld verdienen. Ganz im Gegenteil: Gute Arbeit darf bezahlt werden, und selbstverständlich gilt das auch für schamanische Arbeit.

Aber ich werde hellhörig, sobald Angst zum Verkaufsargument wird.

Angst ist ein mächtiges Werkzeug. Wer einem Menschen zuerst erklärt, wie gefährlich die Welt sei, kann ihm anschließend nahezu alles verkaufen: den Stein, das Ritual, die Einweihung, den Kurs und schließlich auch noch den nächsten Kurs.

Irgendwann glaubt dieser Mensch nicht mehr an seine eigene Wahrnehmung, sondern nur noch an das, was ihm von außen gesagt wird.

Genau dort höre ich auf, von echter Spiritualität zu sprechen. Denn echte Spiritualität sollte einen Menschen freier machen und nicht abhängiger.


Ja, da werde ich wütend. Nicht auf den jungen Mann vom Festival, denn der konnte vermutlich wenig dafür. Ich werde wütend auf ein System, das Menschen zuerst erklärt, wie gefährlich alles sei, um ihnen anschließend die passende Lösung zu verkaufen.

Das ist nicht der Schamanismus, den ich gelernt habe. Und ehrlich gesagt ist es auch nicht der Schamanismus, den ich weitergeben möchte.


Gibt es schwierige Energien und Anhaftungen?

Vielleicht fragst Du Dich nun:

„Ja, Kerstin, aber gibt es denn keine schwierigen Energien, keine Anhaftungen und keine Belastungen?“

Doch.

Natürlich gibt es sie.

Ich wäre unehrlich, wenn ich etwas anderes behaupten würde. In den vergangenen Jahren habe ich Menschen begleitet, die Belastungen mit sich getragen haben, die sie allein nicht lösen konnten. Ich habe Seelenanteile zurückgeführt, Anhaftungen gelöst und erlebt, wie Menschen nach einer tiefen schamanischen Arbeit plötzlich wieder aufatmen konnten.

Diese Erfahrungen gehören genauso zu meinem Weg wie die Kräuterkunde, die Pflanzenarbeit oder die Jahreskreisfeste.

Deshalb werde ich niemals behaupten:

„So etwas gibt es alles nicht.“

Aber genauso wenig werde ich behaupten:

„Du bist ständig in Gefahr.“

Denn auch das entspricht nicht meiner Erfahrung.

Genau darin liegt für mich der Unterschied. Ich glaube heute weniger an feststehende Meinungen, dafür umso mehr an Erfahrung.

Vielleicht ist das überhaupt einer der größten Unterschiede zwischen einer Ausbildung und einem langen Weg. In einer Ausbildung lernt man Methoden. Mit den Jahren lernt man Menschen kennen.

Und Menschen halten sich erstaunlich selten an Lehrbücher.


Spiritueller Schutz kann für jeden Menschen anders aussehen

Die eine Frau trägt einen Stein und fühlt sich dadurch geerdet.

Der Nächste braucht überhaupt keinen sichtbaren Gegenstand.

Eine Andere bindet sich vor einer Behandlung ein Tuch um den Bauch.

Das habe ich während meiner Ausbildung zur ganzheitlichen Körpertherapeutin kennengelernt. Unsere Dozentin legte großen Wert darauf, den Bereich um den Nabel bewusst zu schützen – nicht aus Angst, sondern aus Achtsamkeit.

Schließlich war unser Nabel einst die Verbindung zu unserer Mutter beziehungsweise zum Mutterkuchen.

Ein anderer Mensch legt die Hand auf den Solarplexus und sagt schlicht:

„Ich bin geschützt.“

Wieder jemand anderes visualisiert eine blaue Lichthülle.

Wer bin ich, dass ich entscheiden könnte, welcher dieser Wege der einzig richtige ist?

Das wäre schließlich genau dieselbe Überheblichkeit, die mich bei der Begegnung auf dem Festival so geärgert hat.

Vielleicht liegt ein grundsätzlicher Fehler darin, dass wir immer wieder fragen:

„Welche Methode ist die beste?“

Dabei wäre die weitaus spannendere Frage:

„Was bringt Dich wirklich in Deine Mitte?“

Denn dort beginnt für mich Schutz.

Nicht zwingend in einem Stein, nicht in einer vorgeschriebenen Technik und auch nicht in einem möglichst komplizierten Ritual, sondern in Deiner Verbindung zu Dir selbst.

Mein Aquamarin erinnert mich daran. Der Stein tut nicht einfach etwas für mich. Ich selbst tue etwas, indem ich mich durch ihn an Vertrauen, Wasser, meine Reise und an das Gefühl erinnere, getragen zu sein.


Was bewirkt spiritueller Schutz in Deinem Alltag?

Je länger ich diesen Weg gehe, desto weniger beeindrucken mich große Worte wie „hochschwingend“, „vollkommen geschützt“ oder „hundertprozentig sicher“.

Das klingt zunächst wunderbar, doch das Leben ist nur selten hundertprozentig. Das Leben besteht aus Beziehungen, Entwicklungen und manchmal eben auch aus Irrtümern.

Ich habe mich geirrt.

Mehr als einmal.

Und höchstwahrscheinlich werde ich mich auch in Zukunft noch irren. Das macht mir keine Angst, denn ein Irrtum ist kein Zeichen von Schwäche. Er kann vielmehr ein Zeichen dafür sein, dass ich weiterhin lerne.

Vielleicht ist genau das Demut: nicht klein von sich zu denken, sondern groß genug zu sein, die eigene Meinung zu verändern, wenn neue Erfahrungen hinzukommen.

Deshalb interessiert mich bei einem Stein, einem Ritual oder einer Schutztechnik nicht zuerst die Frage, ob jemand behauptet, dass es wirkt. Mich interessiert, was sich dadurch konkret im Leben eines Menschen verändert.

Wirst Du ruhiger?

Kannst Du Deine eigenen Grenzen besser wahrnehmen?

Bist Du klarer darin, was zu Dir gehört und was nicht?

Fühlst Du Dich stärker mit Dir selbst verbunden?

Oder wirst Du zunehmend ängstlich und hast das Gefühl, ohne diesen Gegenstand, dieses Ritual oder diesen Menschen nicht mehr sicher zu sein?

An diesen Fragen lässt sich häufig besser erkennen, ob eine Schutzmethode wirklich stärkt oder ob sie eine neue Abhängigkeit erzeugt.

Brauche ich also spirituellen Schutz?

Wenn mich heute jemand fragt:

„Brauche ich spirituellen Schutz?“

Dann antworte ich weiterhin mit einem klaren Ja – allerdings vielleicht anders, als die Person zunächst erwartet.

Ich schütze meine Wahrnehmung.

Nicht aus Angst, sondern weil sie mir kostbar ist.

Ein Musiker schützt sein Gehör, ein Handwerker schützt seine Hände und eine Kräuterfrau achtet darauf, was sie sammelt und mit welchen Pflanzen sie arbeitet. Warum sollte eine Schamanin oder ein Schamane die eigene Wahrnehmung nicht ebenfalls achten?

Das ist für mich Schutz.

Keine Abschottung, kein grundsätzliches Misstrauen und auch keine ständige Angst vor negativen Energien, sondern Wertschätzung für die eigene Wahrnehmung.

Ich schütze mich nicht, weil ich glaube, dass hinter jeder Ecke eine unsichtbare Gefahr lauert. Ich schütze meine Wahrnehmung, damit ich unterscheiden kann:

Was gehört wirklich zu mir?

Was nehme ich gerade tatsächlich wahr?

Was löst ein anderer Mensch in mir aus?

Was ist eine eigene Erfahrung, und was ist lediglich ein übernommener Glaubenssatz?

Wann bin ich mit mir verbunden, und wann lasse ich mich durch Angst, Autorität oder große spirituelle Worte aus meiner Mitte ziehen?

Ein solcher Schutz führt nicht weg von der Welt. Er führt tiefer in die eigene Verantwortung.


Was mich an der Begegnung auf dem Festival wirklich geärgert hat

Vielleicht komme ich deshalb noch einmal zu der Szene auf dem Festival zurück. Der junge Mann meinte es nicht böse, davon bin ich überzeugt. Er war begeistert und vielleicht ein wenig verliebt in seine eigene Spiritualität – oder in die Lehrerin, die ihm diese Sichtweise beigebracht hatte.

Das kenne ich.

Vermutlich waren Viele von uns irgendwann einmal an einem ähnlichen Punkt.

Mich hat deshalb nicht der junge Mann als Mensch geärgert. Mich hat jene Haltung geärgert, die ich inzwischen immer häufiger beobachte. Dieses leise oder manchmal auch ziemlich laut ausgesprochene:

„Ich weiß es besser.“ Dieses : " Du bist halt noch nicht so weit."


Wir erfahren, wir beobachten, wir prüfen und stellen manchmal nach zehn Jahren fest, dass wir etwas heute vollkommen anders sehen als damals.

Ist das ein Fehler?

Nein.

Das nennt sich Leben.


Meine Antwort nach 15 Jahren Erfahrung

Wenn mich heute jemand fragt:

„Kerstin, wie schütze ich mich?“

Dann antworte ich nicht mehr sofort mit einer bestimmten Methode. Stattdessen antworte ich mit einer Einladung:

Lerne, Deiner eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Prüfe Deine Erfahrungen, und übernimm nicht jeden Glaubenssatz, nur weil ihn jemand mit besonders ernster Miene ausspricht.

Wenn Dir jemand erzählt, dass Du ohne genau seine Methode, seinen Stein, seine Einweihung oder seinen Kurs verloren bist, dann halte für einen Moment inne.

Nicht, weil dieser Mensch zwangsläufig Unrecht haben muss, sondern weil Deine Freiheit wichtiger ist als seine Gewissheit.

Ich wünsche mir Schamaninnen und Schamanen, die den Mut besitzen zu sagen:

„Das hat für mich funktioniert.“

Statt zu verkünden:

„So musst Du es machen.“

Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Nicht durch Bücher, nicht durch Zertifikate und auch nicht durch spirituelle Meinungen.

Manchmal schützt uns genau diese Erfahrung besser als jede Technik.

Denn der größte Schutz, den ich in all den Jahren gefunden habe, war weder mein Aquamarin noch eine visualisierte Lichtkugel. Es war meine Bereitschaft, wach und demütig zu bleiben und niemals damit aufzuhören, selbst hinzuschauen.


Häufige Fragen zum spirituellen Schutz

Braucht jeder Mensch dieselbe Form von spirituellem Schutz?

Nein. Nach meiner Erfahrung gibt es keine Schutzmethode, die für jeden Menschen gleichermaßen passend ist. Manche Menschen fühlen sich durch einen Stein, ein Ritual, ein Gebet oder eine Visualisierung gestärkt. Andere benötigen keinen sichtbaren Gegenstand. Entscheidend ist, ob die gewählte Methode Dich in Deine Mitte bringt und Deine eigene Wahrnehmung stärkt.

Wie kann ich mich energetisch schützen?

Energetischer Schutz kann sehr unterschiedlich aussehen. Du kannst bewusst Deinen Körper und Deine Grenzen wahrnehmen, eine Hand auf Deinen Solarplexus legen, ein Tuch um Deinen Bauch binden, einen persönlichen Stein tragen, beten oder eine schützende Hülle visualisieren. Wichtig ist dabei weniger die Methode selbst als die Frage, ob sie Dich mit Dir verbindet oder neue Ängste erzeugt.

Helfen Schutzsteine wirklich?

Ein Schutzstein kann hilfreich sein, wenn er Dich an Deine Kraft, eine Erfahrung oder eine innere Verbindung erinnert. Mein Aquamarin ist für mich kein magischer Gegenstand, der alles von mir fernhält. Er erinnert mich an Wasser, Vertrauen und an das Gefühl, geschützt zu sein.

Gibt es negative Energien und Anhaftungen?

Nach meiner persönlichen und beruflichen Erfahrung gibt es Belastungen und Anhaftungen, die Menschen nicht immer allein lösen können. Ich habe solche Erfahrungen in meiner schamanischen Arbeit gemacht. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Mensch ständig bedroht ist oder sich pausenlos schützen muss.

Woran erkenne ich spirituelle Angstmache?

Hellhörig solltest Du werden, wenn Dir jemand erklärt, dass Dir ohne eine ganz bestimmte Methode, Einweihung, Behandlung oder ein bestimmtes Produkt etwas Schlimmes geschehen werde. Besonders kritisch wird es, wenn zunächst Angst erzeugt und anschließend ausschließlich die eigene kostenpflichtige Lösung angeboten wird.

Was ist für mich der wichtigste spirituelle Schutz?

Der wichtigste spirituelle Schutz ist für mich die Bereitschaft, wach zu bleiben, selbst hinzuschauen und der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Ein Stein oder ein Ritual kann Dich dabei unterstützen, sollte Deine Eigenverantwortung jedoch niemals ersetzen.


Mich interessiert Deine Erfahrung

Mich interessiert heute keine bloße Theorie mehr. Mich interessiert Deine Erfahrung.

Hast Du etwas gefunden, das Dich zuverlässig in Deine Mitte bringt? Ist es ein Stein, ein Gebet, ein Baum, eine Pflanze oder einfach ein stiller Moment, in dem Du Dich wieder mit Dir selbst verbindest?

Schreib mir gerne in die Kommentare oder auch persönlich welche Erfahrungen Du mit spirituellem oder energetischem Schutz gemacht hast. Vielleicht können wir voneinander lernen, ohne daraus gleich die nächste allgemeingültige Wahrheit zu basteln.

Möchtest Du Deine eigene Wahrnehmung vertiefen?

Wenn Du Dich für einen geerdeten Schamanismus interessierst, der Dich nicht mit Angst klein hält, sondern Dich darin unterstützt, Deiner eigenen Wahrnehmung wieder mehr zu vertrauen, dann trag Dich gerne in meinen Newsletter ein.

Dort teile ich persönliche Erfahrungen, Gedanken zum Alltagsschamanismus, Pflanzenwissen und Impulse, die Dich nicht von Dir abhängig machen sollen, sondern Dich immer wieder zu Dir selbst zurückführen.

Zum Newsletter und zu meinen aktuellen Impulsen

Und wenn Du spürst, dass Du an einem Punkt stehst, an dem Du mit Deiner Wahrnehmung, einer Belastung oder einer wiederkehrenden Erfahrung allein nicht weiterkommst, findest Du hier mehr über meine schamanische Begleitung:

Mehr über meine schamanische Begleitung erfahren


Deine

Kerstin Rosly Hirsch

🙏🌸🦌



P.S:: mehr über Talismane und Amulette erfährst Du in meinem

KräuterfrauenModul 6.



Interessiert Dich das Thema mit Talismanen und Amuletten?

Dann schreib mir - evtl folgt dann mal was Online😉

von Kerstin Hirsch 11. November 2024
Der Efeu - Ein Pflanzenpotrait
von Kerstin Hirsch 30. Oktober 2024
Auch ich lerne dazu
von Kerstin Hirsch 8. Februar 2024
Unsinniger Donnerstag und das Abschneiden der Krawatten
von Kerstin Hirsch 30. Oktober 2023
was nun: Samuin /Dûacsunno/ Halloween ?
von Kerstin Hirsch 14. Juni 2023
Die Wirkung der Energien
von Kerstin Hirsch 1. Mai 2023
Was ist Beltane wirklich? Bedeutung, Ursprung, Walpurgis, Maibaum, Freinacht und warum dieses Fest nicht einfach auf den 1. Mai fällt.
von Kerstin Hirsch 30. Januar 2023
Hornung, Fläcklasmännla und der Löl
von Kerstin Hirsch 9. November 2022
St. Martin und was sonst noch am 11. 11 los ist
Rote Eier zu Ostara
von Kerstin Rosly Hirsch 16. März 2022
Was ist Ostara wirklich? Bedeutung, Ursprung und Verbindung zu Ostern verständlich und klar erklärt.
kerzen zu Lichtmess
von Kerstin Hirsch 7. Februar 2022
Was steckt hinter Imbolc und Lichtmess? Ein Blick auf Ursprung, Brauchtum und die Frage, warum der Kalender dieses Fest nur unzureichend erklärt.
Show More