Ostara Bedeutung – Ursprung, Frühlingsfest und Verbindung zu Ostern

Kerstin Rosly Hirsch • 16. März 2022

Die Kraft des Neubeginns

Ostara ist das Fest der Frühlings-Tagundnachtgleiche, das zunehmende Equinoktium und markiert den Moment, in dem Tag und Nacht in einem kurzen Gleichgewicht stehen, bevor das Licht endgültig die Oberhand gewinnt.

Es ist ein Wendepunkt im Jahreskreis:

Es ist der astronomische Frühlingsanfang.
Das, was im Verborgenen gewachsen ist, beginnt sichtbar zu werden.

Anders als oft dargestellt, ist Ostara kein eindeutig belegtes, historisches Fest mit klar definierter Göttin, sondern ein Zusammenspiel aus Naturbeobachtung, überlieferten Bräuchen und späteren Deutungen.

Ostara gilt ja als der Ursprung des christlichen Osterfestes.


Was ist Ostara?

Ostara beschreibt den Moment im Jahreskreis, in dem das Gleichgewicht zwischen Dunkelheit und Licht erreicht ist.

Es ist kein „festes Datum“ im ursprünglichen Sinn, sondern ein Naturereignis:
Die Tagundnachtgleiche im Frühling.

Dieser Übergang steht für:

  • Neubeginn
  • Wachstum
  • Ausrichtung
  • das erste echte Aufatmen nach der dunklen Zeit


Wann ist Ostara wirklich?

Im heutigen Kalender wird Ostara meist um den 20. oder 21. März eingeordnet.

Doch dieser feste Termin ist eine Vereinfachung.

In einer naturverbundenen Praxis orientiert sich Ostara nicht an einem Datum, sondern an dem, was tatsächlich geschieht:

  • Licht und Dunkelheit halten sich die Waage
  • die ersten Pflanzen zeigen sich deutlich
  • die Erde verändert spürbar ihre Qualität

Der gregorianische Kalender ist dafür oft zu grob.
Entscheidend ist die Beobachtung – nicht die Zahl im Kalender.



Gab es die Göttin Ostara wirklich?

Die oft erwähnte Göttin Ostara (oder Eostre) ist historisch nicht eindeutig belegt. Beide sind die Göttin der Wiedergeburt, des Neubeginnes  der Fruchtbarkeit und des Ackerbaues. Mancherorts wird auch Ceridwen als  Göttin benannt aufgrund ihrer Mond - und Hasen Symbolik.

Viele der heutigen Vorstellungen gehen auf spätere Deutungen zurück, die aus wenigen Quellen entstanden sind und im Laufe der Zeit weiter ausgeschmückt wurden.

Das bedeutet nicht, dass die Symbolik bedeutungslos ist –
aber sie ist nicht so eindeutig, wie sie oft dargestellt wird.

Für eine lebendige Praxis ist nicht entscheidend, ob ein Name historisch belegbar ist,
sondern ob die zugrunde liegende Bewegung in der Natur nachvollziehbar ist.


Der Name Ostara ist eigentlich Neopagan!

Historisch gesehen gibt es kein keltisches Fest da man schriftlich belegen konnte,  jedoch wurde für die modernen heidnischen Frühlingsbräuche das schottische Osterfest „Latha na Cailliche“ als Vorbild genommen. "Alban Eiler" ist bei den NeuDruiden auch sehr beliebt (Licht der Erde). Die Bezeichnung Ostara wurde von jemanden von "Eostre" abgeleitet den wir alle kennen und der sehr viele spirituelle Begriffe geprägt hat : Jakob Grimm.


Was hat Ostara mit Ostern zu tun?

Die Verbindung zwischen Ostara und Ostern liegt in der Jahreszeit – nicht in einer direkten Ableitung.

Zum Besispiel : das bunt gefärbte Osterei entstammt der Fastenzeit. Die Hühner fangen gerade wieder an mehr Eier zu legen und so brauchte man etwas um die  hart gekochten und so haltbar gemachten Eier zu markieren. Aber dekorierte Eier gab es schon vor 60 000 Jahren.

Viele Symbole des Osterfestes stammen aus älteren Frühlingsbräuchen:

  • das Ei als Zeichen für neues Leben
  • der Hase als Symbol für Fruchtbarkeit
  • das Lamm als Bild für Reinheit und Neubeginn

Das christliche Osterfest wurde bewusst in diese Zeit gelegt und hat viele dieser Bilder übernommen und neu gedeutet.

Ostara und Ostern greifen also auf dieselbe Kraft zurück –
werden aber unterschiedlich interpretiert. Ostern ist in der Kirche ein bewegliches Fest, im naturspirituellen Kontext richtet man sich nach der Frühlings Equinox.


Fruchtbarkeit – die oft missverstandene Bedeutung

Fruchtbarkeit meint hier nicht nur Fortpflanzung.

Wollen wir das aber auf einen Lebenszyklus ummünzen,  dann gleicht es einer Jungen Frau die zum ersten Mal blutet. Das kann je nach Kultur verschieden sein, so gibt es in Peru ein Mädchen das schon mit 5 Jahren ihre erste Menstruation hatte.

Nun ist frau / man also bereit zu empfangen.

Es geht um die Fähigkeit:

  • zu empfangen
  • aufzunehmen
  • wachsen zu lassen

Ostara ist die Zeit, in der das, was vorbereitet wurde, Raum bekommt.

Nicht durch Druck.
Sondern durch Reife.

Und was ist das mit dem Hasen ?

Die Hasen sind eine der ersten Tierarten, die Nachwuchs werfen und so ist er der ideale Bote für die Fruchtbarkeit...



Der vergessene Gegenpol – Cernunnos und der Wilde Mann

Während Ostara oft mit weiblicher Fruchtbarkeit verbunden wird, gehört auch ein männlicher Aspekt dazu.

In alten Bildern taucht dieser als:

  • Cernunnos
  • Grüner Mann
  • Wilder Mann

auf.

Er steht für:

  • Lebenskraft
  • Triebkraft
  • das Durchbrechen des Neuen

Er ist kein Gegensatz, sondern Ergänzung.

Symbolisch steckt dies im Schlachten der Lämmer.


Brauchtum und Symbole rund um Ostara

Viele heutige Osterbräuche haben ihre Wurzeln in dieser Zeit:

  • Ostereier (oft rot gefärbt) → Symbol für Leben und weibliche Kraft
  • Osterhase → Fruchtbarkeit und Lebendigkeit
  • Osterlamm → Reinheit und Neubeginn
  • Osterfeuer → Rückkehr des Lichts / Lockend
  • Osterwasser → Reinigung und Erneuerung
  • Osterzopf → Verbindung und Kreislauf des Lebens / 4 Elemente

Diese Symbole sind keine Dekoration, sondern Ausdruck eines Übergangs.


Die eigentliche Bewegung von Ostara

Ostara ist nicht nur Aufbruch.

Es ist auch:

  • Klärung
  • Reinigung
  • Wahrhaftigkeit

Der klassische Frühjahrsputz hat hier seinen Ursprung:
Nicht nur äußerlich, sondern innerlich.


Bedeutung im Jahreskreis

Was zu Yule als Impuls entstanden ist,
was in den dunklen Monaten gereift ist,
beginnt jetzt sichtbar zu werden.

Ostara ist der Punkt, an dem sich zeigt:
👉 Trägt es – oder nicht?


Wie du Ostara im Alltag leben kannst

Ostara braucht keine Inszenierung.

Was wirkt:

  • Räume klären und lüften ( Frühjahrsputz)
  • bewusst Zeit draußen verbringen
  • kleine Dinge beginnen
  • Entscheidungen nicht aufschieben

Ein einfaches Ritual:

Setz dich ruhig hin – draußen oder am offenen Fenster.
Spüre bewusst das Gleichgewicht.

Und frag dich:

👉 Was in mir ist bereit, sichtbar zu werden?


Fazit

Ostara ist kein dekoratives Frühlingsfest und kein festgelegtes Datum.

Es ist ein Übergang.

Ein Moment im Jahr, in dem die Balance kippt –
und das Leben wieder sichtbar wird.

Wer sich daran orientiert, braucht keine festen Vorgaben,
sondern nur die Bereitschaft, hinzuschauen.



Lebe Deine spirituelle Freiheit- kraftvoll, mutig und ungeschminkt

Deine Kerstin Rosly Hirsch




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