Imbolc Bedeutung & Lichtmess einfach erklärt
Imbolc markiert den Übergang vom tiefen Winter in die erste spürbare Bewegung des Frühlings.
Es ist die Zeit, in der es noch kalt ist –
aber das Licht bereits deutlich zurückgekehrt und die Erde beginnt, sich zu verändern.
Oft wird Imbolc auf den 1. oder 2. Februar gelegt und mit Lichtmess verbunden.
Doch genau hier liegt die Krux:
Der Kalender bildet das, worum es eigentlich geht, nur sehr ungenau ab.
Was ist Imbolc?
Imbolc (auch Imbolg oder Oimelc) ist ein altes naturspirituelles Fest.Im Norden auch Dísting, Dísablód genannt (die Disen sind Naturgeister).
Der Name wird unter anderem gedeutet als:
- „Rundum-Waschung“
- „erste Schafsmilch“
Beides verweist auf Reinigung und beginnendes Leben.
Wir befinden uns in einer Zeit, in der:
- noch Winter ist
- die Sonne aber bereits Kraft bekommt
- und sich unter der Oberfläche etwas bewegt
Wann ist Imbolc wirklich?
– Die Krux mit dem Kalender
Viele feiern Imbolc am 1. Februar.
Doch das entspricht nicht der ursprünglichen Praxis.
Die Kelten kannten keinen festen Kalender –
und schon gar nicht den gregorianischen Kalender, den wir heute verwenden.
Das Fest wurde nach dem Mond bestimmt:
👉 am zweiten Vollmond nach der Wintersonnwende, dem Vollmond im Löwen zwischen der Wintersonnwende und der Frühjahrsnachtundtaggleiche.
Das bedeutet:
Im Jahr 2022 fiel dieser Zeitpunkt auf den
👉 16. Februar um 8:17 Uhr
Das zeigt deutlich:
👉 Imbolc ist kein festes Datum, sondern ein Übergang in der Natur.
Die Qualität von Imbolc – das erste Erwachen
Wir merken diese Zeit ganz konkret:
- wir werden aktiver
- das Licht nimmt spürbar zu
- die „Säfte steigen“ – nicht nur in der Natur, sondern auch in uns
Besonders sichtbar wird das an:
- der Birke (Symbol für Neubeginn und die junge Göttin Birgit)
- der Hasel /Blüht
- Schneeglöckchen und Märzenbecher
Diese Pflanzen zeigen:
👉 Das Leben beginnt – auch wenn es noch nicht sichtbar ist.
Die junge Göttin und der neue Zyklus
Imbolc ist ein Fest der jungen Göttin Birgit, einer Naturgöttin gewidmet.
Diese Junge Frau ist frei von alten Erfahrungen, quasi ohne psychisches Gepäck , sozusagen Jungfräulich.
Sie löst die alte, weiße Frau ab:
- Percht
- Frau Holle
Die junge Göttin steht für:
- Neubeginn
- Leichtigkeit
- Freiheit von alten Lasten
Naturspirituell bedeutet das:
👉 Alte Lasten abstreifen
👉 Platz schaffen
👉 bereit werden für den neuen Zyklus
Der männliche Gegenpol – der Bär und Belenus
Auch der männliche Aspekt gehört dazu.
Der Bär steht symbolisch für den Sonnengott Belenus.
Er hat den Winter über geschlafen –
im Schoß der großen Göttin.
Zu Imbolc beginnt er sich zu regen:
🐻 Er schaut aus seiner Höhle.
Wird er vom Licht geblendet, zieht er sich nochmal zurück –
für etwa sechs Wochen.
Diese Symbolik lebt bis heute weiter:
- Grounddog Day, Murmeltier-Tag in Nordamerika (Wetterorakel)
- Bauernregeln
- Im Film „Täglich grüßt das Murmeltier“
Brauchtum – wenn Naturspiritualität lebendig bleibt
In fränkischen und alpinen Regionen zeigt sich das besonders schön zur Fastnacht in den traditionellen Umzügen mit :
- Fleckerlasmännla
- bunte Gewänder (weiß, schwarz, rot- Farben der großen Göttin)
- Masken (Larfen)
- perchtenähnlichen Gestalten
Sie treiben symbolisch den Winter aus
und holen den Frühling zurück.
Der „Löl“ – ein in Stroh gekleideter Mensch – steht für den Bären und wird in diesen Traditionsumzügen vertrieben mit "Schlägen"
Diese wilden Gestalten gibt es in vielen Kulturen, z.B. in Bulgarien.
Schläge (geben und empfangen) sollen:
👉 Lebenssaft und Fruchtbarkeit anregen
Das ist kein „Spaßbrauch“, sondern tief verwurzelte Symbolik.
Fastnacht, Fasten und Reinigung
Aus dieser Zeit heraus entstehen:
- Fastnacht / Karneval
- Fastenzeit
„Carne vale“ bedeutet:
👉 ohne Fleisch
Viele Christen beginnen nach Fasching ( ab Aschermittwoch) zu fasten, bis Karfreitag.
In diese zeit fällt auch die Starkbierzeit, denn die Mönche sagten: Flüssiges bricht das fasten nicht. auch fand man andere Möglichkeiten diese lange zeit ohne Fleisch und andere Genussmittel zu überwinden. Als Beispiel seien nur die Maultaschen genannt indenen man das Fleisch versteckte.
Fasten ist mehr als Religion:
👉 Reinigung (nach den eingemachten Nahrungsmitteln im Winter)
👉 Entlastung
👉 Raum schaffen
Auch naturspirituell passt das:
Zum Beispiel durch:
- Birkensaft (gewonnen aus dem Baum – achtsam aus einem angeschnittenen Ast und nur bei eigenem Baum !)
Lichtmess – die kirchliche Ebene
Am 2. Februar feiert die Kirche Lichtmess. In der katholischen Kirche wird der Christbaum auch bis Lichtmess stehen gelassen- heutzutage macht das kaum jemand.
Früher hieß das Fest :
👉 Reinigung Marias
Man ging davon aus, dass Frauen nach der Geburt „unrein“ sind:
- 40 Tage bei einem Sohn
- 80 Tage bei einer Tochter
Bis heute:
- Kerzenweihe
- Lichtsymbolik
Hier zeigt sich deutlich:
👉 Alte Feste wurden übernommen und umgedeutet
Bäuerlicher Kontext – ein neuer Abschnitt beginnt
Zu Lichtmess:
- wurden Knechte und Mägde gewechselt
- endete das alte Arbeitsjahr
- begann die Vorbereitung auf das Neue
Die Vorräte waren knapp,
die Ernährung war einfach.
Und doch:
👉 Die Arbeit begann wieder. Die Planung für das Neue Jahr stand grob schon fest.
Wetterregeln – Beobachtung statt Theorie
Typische Bauernregeln:
Ist’s an Lichtmess hell und rein,
wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
oder
Ist’s zu Lichtmess klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.
oder
Sonnt sich der Dachs in der Lichtmess-Woch’,
kriecht er noch sechs Wochen in sein Loch.
👉 Naturbeobachtung statt Kalenderwissen
Irland – Brigid und das Jahresrad
In Irland wurde Imbolc christianisiert:
Die heilige Brigid von Kildare (†523)
wird am 1. Februar gefeiert.
Das bekannte Birgidskreuz:
- war ursprünglich kein christliches Symbol
- sondern ein keltisches Jahresrad
- mit den vier Himmelsrichtungen
👉 Auch hier:
Der Ursprung bleibt – der Name ändert sich
Die eigentliche Bedeutung von Imbolc
Imbolc ist kein Frühlingsfest.
Es ist:
- Vorbereitung
- Reinigung
- inneres Erwachen
Der Moment, in dem sich entscheidet:
👉 Was darf wachsen?
👉 Und was bleibt zurück?
Fazit
Imbolc wird unterschiedlich gefeiert:
🍀 Irisch: 1. Februar
⛪️ Kirchlich: 2. Februar (Lichtmess)
🌿 Naturspirituell: zweiter Vollmond nach der Wintersonnwende
Doch unabhängig vom Datum geht es immer um dasselbe:
👉 Das zurückgekehrte Licht
👉 den Beginn eines neuen Zyklus
👉 und die Fruchtbarkeit des Lebens
Und wenn du merkst, dass das hier mehr ist als „nur ein Fest“,
dann schau dich ruhig weiter um
– der Jahreskreis hat noch ein paar Wahrheiten für dich auf Lager.
Deine
Kerstin Rosly Hirsch
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Wenn du weiterlesen möchtest, wie aus diesem ersten inneren Erwachen schließlich sichtbares Wachstum wird, lies auch meinen Beitrag zu [Ostara und der Frühlings-Tagundnachtgleiche].